Werkstattbühne

Der Kaiser von Atlantis

Der Kaiser von Atlantis
Foto: Thilo Beu
Der Kaiser von Atlantis
Foto: Thilo Beu

Oper - Viktor Ullmann

Spiel in einem Akt
Dichtung von Peter Kien
Inszenierung: Seollyeon Konwitschny
Koproduktion mit dem Beethovenfest Bonn
Premiere: 7.09.2018 in der Werkstatt

Der Kaiser von Atlantis herrscht als Tyrann über sein Land und führt einen Eroberungskrieg. Als er den Krieg aller gegen alle verkünden lässt, verweigert der Tod seinen Dienst. Da niemand mehr stirbt, verliert der Kaiser seine Macht und sein Land versinkt im Chaos. Verzweifelt fleht er den Tod an, seinen Streik zu beenden. Dieser macht schließlich zur Bedingung, dass der Kaiser selbst sein erstes Opfer werden solle ...
Zu diesem auf Hitlers Herrschaft anspielenden Stoff entstanden das Libretto und die Komposition im Jahr 1942 im Konzentrationslager Theresienstadt, wo der Komponist Victor Ullmann (*1898 in Teschen, Österreich-Ungarn; †1944 in Auschwitz-Birkenau) und der deutschsprachige tschechisch-jüdische Künstler und Dichter Peter Kien (*1919 in Varnsdorf, Tschechoslowakei; † Ende 1944 im KZ Auschwitz), der das Libretto verfasste, gefangen gehalten wurden und in der „Freizeitgestaltung“ musikalisch aktiv sein durften. Zur Aufführung kam das Werk in diesem „Vorzeigelager der Nationalsozialisten“ nicht. Erst im Jahr 1975 fand die Uraufführung in einer bearbeiteten Fassung in Amsterdam statt. Die deutsche Erstaufführung folgte am 4.02.1985 am Staatstheater Stuttgart.
Der Bonner Inszenierung folgt zum Abschluss Karl Amadeus Hartmanns Sonate „27. APRIL 1945“ für Klavier, in der der Komponist den Todesmarsch von Häftlingen des Konzentrationslagers Dachau, dessen Augenzeuge er hatte werden müssen, musikalisch verarbeitet. Karl Amadeus Hartmann (*1905 in München; †1963 ebd.) hatte das NS-Regime bestmöglich boykottiert und sich in die innere Emigration zurückgezogen. Als Protest gegen den Nationalsozialismus hatte er im Jahr 1933 sein Orchesterwerk „Miserae“ komponiert, das im Jahr 1935 in Prag uraufgeführt wurde.
Victor Ullmann war jüdischer Abstammung. Im 1. Weltkrieg leistete er freiwillig Militärdienst. Er studierte Jura, Soziologie und Philosophie in Wien und besuchte Arnold Schönbergs „Seminar für Komposition“. In den kommenden Jahren arbeitete er als Chordirektor, Korrepetitor, Kapellmeister, Opernchef und Komponist vorwiegend in Prag. Wegen seiner jüdischen Herkunft wurde Ullmann am 8.09.1942 in das KZ Theresienstadt deportiert. Nach einer Verlegung in das KZ Auschwitz-Birkenau wurde er dort am 18.10.1944 ermordet.
Die Regisseurin Dr. Seollyeon Konwitschny (*1982 in Suwon, South Korea) studierte zunächst traditionelle Malerei und Kunstgeschichte in Seoul. Im Jahr 2010 zog sie nach Berlin und absolvierte dort ein Magister-Studium der Kunstgeschichte und Musikwissenschaft sowie parallel Regiehospitanzen und -assistenzen u. a. an der Komischen Oper Berlin, der Deutschen Oper Berlin, der Sächsischen Staatsoper Dresden sowie der Hamburgischen Staatsoper. Zudem erarbeitete sie im Rahmen von Hochschulprojekten eigene Inszenierungen. Seit dem Jahr 2015 ist Seollyeon Konwitschny als freie Regisseurin tätig. Besonders erfolgreich war ihre Inszenierung „Weiße Rose“am Theater Augsburg (2016).

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Letzte Aktualisierung: 25.04.2019 10:01 Uhr     © 2019 Theatergemeinde BONN | Bonner Talweg 10 | 53113 Bonn