Opernhaus Bonn

Der zerbrochne Krug

Schauspiel - Heinrich von Kleist

Inszenierung: Jens Groß
Premiere: 7.11.2020

Für Frau Marthe Rull in Huisum bei Utrecht scheint alles klar: Bei einem nächtlichen Besuch bei ihrer Tochter Eve hat deren Bräutigam Ruprecht einen wertvollen Krug zerbrochen. Am nächsten Morgen erscheint sie mit dem Beweisstück vor Gericht, wo Dorfrichter Adam kurzen Prozess machen soll. Doch Adam macht einen schwer lädierten Eindruck. – Woher stammen seine Verletzungen? Wer war der unerkannte Rivale, den Ruprecht, der die Schuld von sich weist, bei Eve überrascht hat? Warum schweigt das Mädchen?
Der Schreiber Licht sieht seine große Karrierechance gekommen, der auf Inspektionsreise befindliche Gerichtsrat Walter versucht, den drohenden Zerfall der Sitten und der Methoden der Rechtsprechung aufzuhalten, und Richter Adam ist auf der Jagd nach sich selbst und fängt sich unausweichlich im Gespinst der Lügen, die ihm zur Befreiung dienen sollten.
Aus dieser zunächst als Provinzposse getarnten doppelbödigen Komödie entwickelt sich ein Drama um Macht und Machtmissbrauch; die Welt zeigt sich fragil wie ein Tonkrug, komisch und ernst zugleich und gibt den Blick auf menschliche Abgründe frei.
Der Schriftsteller Heinrich von Kleist (*1777 in Frankfurt (Oder); †1811 in Berlin) war einer der größten deutschen Dramatiker. Die Uraufführung des „Zerbrochenen Kruges” fand am 2.03.1808 am Weimarer Hoftheater statt. Aktuell ist der Stoff nach wie vor, zeigt er doch ebenso ein Spiegelbild so manches Machthabers unserer Zeit, der sich seine Stellung sichert, in dem er sein Umfeld manipuliert und kooperieren lässt. Auch auf nicht-politischer Ebene lassen sich aktuelle Parallelen zur #me-too-Thematik unschwer erkennen.
Jens Groß (*1959 in München) ist seit Beginn der Spielzeit 2018/2019 Schauspieldirektor am Theater Bonn, nachdem er seit der Spielzeit 2015/2016 hier bereits als Leitender Dramaturg engagiert war. Zuvor war er als Chefdramaturg am Schauspiel Frankfurt, Maxim Gorki Theater Berlin und Schauspiel Köln tätig, in Köln auch in der Position des stellvertretenden Intendanten. Nebenberuflich lehrte Groß Dramaturgie und Szenisches Schreiben an mehreren Hochschulen. Am Theater Bonn inszenierte er bereits „Kunst“ und „Frau Müller muss weg“.

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Letzte Aktualisierung: 29.11.2020 20:01 Uhr     © 2020 Theatergemeinde BONN | Bonner Talweg 10 | 53113 Bonn