Schauspielhaus

Lenz

Lenz
Foto: Thilo Beu
Lenz
Foto: Thilo Beu

Schauspiel - Georg Büchner

Inszenierung: Armin Petras
Premiere: 10.09.2020

Georg Büchners Erzählung „Lenz“, die dem seelischen Leiden des Schriftstellers Jakob Michael Reinhold Lenz (*1751 in Seßwegen, Russisches Kaiserreich; †1792 in Moskau) gewidmet ist, erschien im Jahre 1839, zwei Jahre nach Büchners Tod. Wir erleben Lenz als einen jungen Dichter, der seinen Platz in der Gesellschaft nicht zu finden scheint und unter Angstzuständen leidet. Er flieht in die Natur und zu seinem Vertrauten, dem im elsässischen Waldersbach ansässigen Pfarrer Johann Friedrich Oberlin, der ihn bei sich aufnimmt. Zwischenzeitlich erlebt er Momente der Euphorie. Die negativen Empfindungen überwiegen zunehmend und führen Lenz zu Selbstmordversuchen und Wahnvorstellungen. Oberlin lässt Lenz schließlich, nach einem weiteren Selbstmordversuch, nach Straßburg bringen. Lenz ist von starker Apathie befallen und scheint nun alles gleichgültig hinzunehmen. Aufzeichnungen Oberlins, die Büchner im Jahr 1835 entdeckte, gaben ihm Anhaltspunkte für seine sehr realitätsnahe Erzählung.
Georg Bu¨chner (*1813 in Goddelau, Großherzogtum Hessen; †1837 in Zürich) gilt als einer der bedeutendsten Literaten der von Nationalismus, Liberalismus und Sozialismus geprägten Epoche des Vormärz. Er studierte von 1831 bis 1833 Medizin in Straßburg, wo er auch begann, sich für politische Freiheit zu engagieren. Als er in Gießen sein Studium fortsetzte, erlebte er zahlreiche Schikanen staatlicher Instanzen. Büchner gründete die Gesellschaft für Menschenrechte, eine revolutionäre Untergrundorganisation. Da seine Umtriebe nicht geduldet wurden, sollte Büchner vor Gericht gestellt werden, er floh jedoch im Jahr 1935 nach Straßburg. Hier entstand u. a. seine Erzählung „Lenz“. Im Alter von 23 Jahren verstarb er an Typhus, nachdem er promoviert und an der Zürcher Universität eine Stelle als Doktor der Philosophie angetreten hatte und im Jahr 1936 zum Privatdozenten ernannt worden war.
Zu Büchners weiteren bedeutenden literarischen Werken gehören „Dantons Tod“, „Leonce und Lena“ und „Woyzeck“.
Charakteristisch für Arbeiten des bekannten Theaterregisseurs Armin Petras (*1964 in Meschede) sind seine Konzentration auf das Individuum und dessen soziale Beziehungen im Verhältnis zu den gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen. Am Theater Bonn wurde in der Spielzeit 2016/2017 sein unter dem Pseudonym Fritz Kater verfasstes Schauspiel „Love you, Dragonfly“ uraufgeführt. Als Regisseur ist Petras nun zum ersten Mal am Theater Bonn tätig.
Die Inszenierung von „Lenz“ wird auch der Frage nachgehen, wie man mit einer entfremdeten Welt umgehen kann und welche Rolle und Funktion Kunst und Künstler*innen hierbei spielen können.

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Die Termine

Di

29

Dez

Schauspielhaus | 29.12.2020 | 19.30 Uhr - 21.10 Uhr


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