Staatenhaus am Rheinpark, Saal 2

Il Trovatore

Arnold Rutkowski | Tenor
Foto: Archive Of The Artist
Arnold Rutkowski | Tenor
Foto: Archive Of The Artist

Liebe, Eifersucht, Hass und Rache in einem Gesamtk
Oper - Giuseppe Verdi

Libretto von Salvatore Cammarano, mit Ergänzungen von Leone Bardare nach dem Drama „El trovador“ von Antonio Gutiérrez

Inszenierung, Bühne, Kostüme: Dmitri Tcherniakov
Licht: Gleb Filshtinsky

Personen der Handlung:
Graf Luna, ein junger Adliger im Dienste der Fürsten von Aragonien
Leonora, Hofdame der Fürsten von Aragonien
Azucena, eine Zigeunerin
Manrico, Offizier im Heer des Fürsten Urgel und vermeintlicher Sohn Azucenas
Ferrando, Offizier im Heer des Grafen Luna
Ines, Leonoras Gesellschafterin und Vertraute
Ruiz, Gefolgsmann Ferrandos
Ein alter Zigeuner
Ein Bote
Leonoras Bedienstete, Nonnen, Diener, Gefolgsleute des Grafen

Zur Handlung:
Vorgeschichte: Der alte Graf Luna hatte zwei Söhne. Nachdem an der Wiege des Jüngeren eine Zigeunerin gesehen worden war, erkrankte dieser schwer und man musste davon ausgehen, dass eben diese Zigeunerin den Jungen verflucht hatte. Man verhaftete die Frau und ihre Strafe war der Scheiterhaufen. Die Tochter der Zigeunerin, Azucena, raubte den Knaben um ihn aus Rache an der gleichen Stelle, an der ihre Mutter sterben musste zu verbrennen. Azucena beging einen katastrophalen Fehler und stieß ihr eigenes, leibliches Kind in die Flammen. Verzweifelt nahm sie aber den jüngeren Sohn des alten Grafen Luna bei sich auf und gab ihm den Namen Manrico. Im Laufe der Zeit entwickelten sich in Spanien schwere politische Kämpfe um die Krone bei denen Graf Luna der Königsseite treu blieb, Manrico sich der Seite der Rebellen zuwandte.

1. Teil „Das Duell“:
1. Bild: Die Soldaten am Schloss von Aliaferia sind müde. Ihr Hauptmann Ferrando tut sein Bestes um sie dennoch bei Laune zu halten. Er berichtet von der Geschichte, die besagt, dass Graf Luna einen jüngeren Bruder mit Namen Garcia hat. Ferrando erzählt von der Zigeunerin, deren Tod, von der Rache ihrer Tochter und der schicksalsschweren Verwechslung. Der alte Graf Lunas sei damals trotz allem als einziger überzeugt gewesen, dass der jüngere Sohn noch lebe und habe seinen älteren Sohn mit der Suche nach dessen Bruder und der Tochter der Zigeunerin beauftragt.
2. Bild: Leonora und Ines befinden sich im Garten des Schlosses. Leonora berichtet von ihrer Liebe zum Troubadour Manrico, allerdings sehnt sich auch der Graf Luna nach Lenora. Da ertönt Manricos Stimme aus der Ferne und Leonora möchte sofort zu ihm. Es kommt zu einer Verwechslung: Sie stürmt in der Dunkelheit direkt in die Arme Lunas, denkend es sei Manrico. Als Manrico hinzukommt sieht er die Geliebte in den Armen Lunas und wirft ihr Untreue vor. Leonora verspricht Manrico, dass sie nur ihn liebt, was aber dazu führt, dass Luna in Manrico einen Rivalen erkennt, der zu allem Überfluss auch noch ein politischer Widersacher ist, steht er doch im Gefolge des Herzogs von Urgel. Leonora schafft es nicht die beiden Männer zu beruhigen und es kommt zum Duell. Manrico gewinnt zwar, wird allerdings selbst schwer verwundet, als er darauf verzichtet Luna zu töten.

2. Teil „Die Zigeunerin“:
1. Bild: Einige Zeit später. Nach einer Schlacht sind die Zigeuner in ihr Lager heimgekehrt. Die Zigeunerin Azucena wartete dort auf die Männer, wird jedoch von schlimmen Visionen heimgesucht. Immer wieder sieht sie wie ihre Mutter auf dem Scheiterhaufen sterben musste. Azucena war es, die Manrico hier gesund gepflegt hatte. Sie gesteht ihm, dass sie seinerzeit so neben sich stand, dass sie den eigenen Sohn verbrannt habe. Manrico zeigt sich sehr interessiert an dieser Geschichte und will mehr wissen, doch Azucena schweigt und will nicht mehr preisgeben. Sie versteht nicht, dass Manrico Luna nicht getötet hat, als sich ihm die Gelegenheit dazu geboten hat. Ein Bote erscheint und berichtet, dass Leonora ins Kloster gehen will, da sie glaubt, Manrico sei in der Schlacht gefallen. Manrico ist entsetzt und macht sich eilig auf den Weg zu Leonora.
2. Bild: In der Vorhalle des Klosters kommt es zu einer Begegnung zwischen Manrico und Luna, der ebenfalls von Leonoras Vorhaben erfahren hat. Es kommt zu einem Gemenge in dem Manrico mit seinen Leuten den Grafen Luna und dessen Gefolge entwaffnen kann. Manrico und Leonora fliehen auf die Burg Castellor.

3. Teil „Der Sohn der Zigeunerin“:
1. Bild: Manrico und Leonora haben sich verschanzt und erwarten den Sturm der Burg durch Lunas Soldaten. In der Nähe deren Lager wurde Azucena aufgegriffen. Ferrando erkennt sie als die Zigeunerin, die einst den jüngeren Bruder Lunas geraubt hat. In größter Not ruft sie nach Manrico als ihrem Sohn, was wiederum Graf Luna hört. Dieser folgert, dass er nun die Mutter seines Rivalen in den Händen hat und sie wird zum Tode verurteilt.
2. Bild: Manrico und Leonora haben beschlossen, den heiligen Bund der Ehe einzugehen und haben sich hierzu in der Kapelle der Burg versammelt. Plötzlich stürmt Ruiz herein und berichtet von der Gefangennahme Azucenas. Manrico ist entsetzt und ruft seine Leute zusammen mit denen er loszieht um die Zigeunerin zu befreien.

4. Teil „Die Hinrichtung“:
1. Bild: Manricos Plan ist gescheitert. Die Burg Castellar ist verloren, er wurde gefangen genommen und sitzt nun mit Azucena in einem dunklen Verließ ein. Ruiz führt Leonora zu den beiden. Es kommt zu einer Begegnung mit Luna und Leonora fleht ihn an die beiden freizulassen, als sie hört, dass der Geliebte beim nächsten Morgengrauen hingerichtet werden soll. Luna lehnt alles ab, erst als Leonora sich selbst anbietet und sie Luna ihre Liebe verspricht, willigt dieser ein. Leonora nimmt in diesem Moment aber unbemerkt Gift zu sich, um das gegebene Versprechen an Luna nicht einlösen zu müssen.
2. Bild: Leonora begibt sich zu Manrico und Azucena in den Kerker und drängt sie zu fliehen. Manrico glaubt, Leonora habe ihn verraten, erkennt aber erst ihr wahres Opfer und ihre Liebe, als das genommene Gift bei Leonora erste Wirkung zeigt. Luna kommt hinzu und bezichtigt Leonora des Verrats. Leonora stirbt und Luna befiehlt Manrico hinzurichten. Azucena zwingt er sich den Tod Manricos mit anzuschauen. Als Manrico tot ist ruft sie laut aus „Er war dein Bruder!“.

Zum Werk:
Enrico Caruso wird das Bonmot zugeschrieben, es sei ganz einfach den Troubadour zu besetzen: Man brauche einfach nur die vier besten Sänger der Welt. Mit diesem wohlgemeinten Rat weist Caruso auf die enormen musikalischen Anforderungen hin, die das Werk an die Sänger stellt und bereits zur Uraufführung wusste der Komponist um dieses Problem und gab das Werk erst frei, als man die ihm genehme Besetzung zur Verfügung hatte. In der Geschichte des Werks haben sich viele Opernhäuser aber nicht von Carusos Empfehlung abschrecken lassen und den „trovatore“ immer wieder auf die Bühne gebracht und so wurde das Werk, das neben „Rigoletto“ und „La Traviata“ zu Verdis „Trilogia populare“ gehört zu einem der beliebtesten Standardwerke des Italieners. Kritik gab es immer wieder an der Handlung, die, so meinte man bereits nach der Uraufführung, zu düster und zu blutrünstig sei. Auch die Zufälle und und teils sehr überraschenden Wendungen stießen nicht nur auf Zustimmung. Was aber nun das Werk trotz dieser Einwände so populär werden ließ ist letztendlich die Musik Verdis, der im Troubadour einige seiner wohl bekanntesten Arien, Ensembles und Chöre platzierte. Diese Musik ist so stimmungs- wie effektvoll und sprüht vor der gleichen Leidenschaft, wie die auf der Bühne agierenden Figuren. Die Kölner Produktion ist eine Übernahme der Brüsseler „La Monnaie“ bei der Regiestar Dmitri Tcherniakov Verdis Ritter- und Historiendrama zu einem kammerspielartigen Psychothriller verdichtet. Der Fokus wird hier absolut auf die Gefühle, die Psyche der Figuren gerichtet und lässt all das dekorative rund um die Agierenden außen vor. So entsteht eine unglaubliche Spannung, die Menschen wie unter dem Mikroskop zeigt und eine ganz eigene Lesart von Verdis Meisterwerk erlaubt.



Dramma lirico in vier Teilen

Sebastian Jacobs

DruckenSpielstätteninfo

TERMINE

Momentan können wir Ihnen leider keine Termine anbieten.

Unsere Datenbank wird durchsucht.

Merkliste

Veranstaltung

Momentan befinden sich keine Einträge in Ihrer Merkliste.

Letzte Aktualisierung: 02.07.2020 11:01 Uhr     © 2020 Theatergemeinde BONN | Bonner Talweg 10 | 53113 Bonn