Staatenhaus am Rheinpark, Saal 2

Hamlet

Brett Dean | Komponist
Foto: Bettina Stöss
Brett Dean | Komponist
Foto: Bettina Stöss

Eine Mischung aus psychologischem Krimi und philos
Oper - Brett Dean

Libretto von Matthew Jocelyn nach William Shakespeare
Inszenierung: Matthew Jocelyn
Bühne: Alain Lagarde
Kostüme: Astrid Janson

Personen der Handlung:
Hamlet, Prinz von Dänemark
Getrude, Mutter Hamlets
Claudius, Onkel Hamlets und Geliebter Getrudes
Polonius, Ratgeber des Claudius
Ophelia, Tochter des Polonius und Geliebte Hamlets
Horatio und Marcellus, Freunde Hamlets
Laertes, Sohn des Polonius
Rosencrantz und Guildenstern
Geist des Vaters von Hamlet
Ein Totengräber
Vier Schauspieler

Zur Handlung:

1. Akt:

Hamlet klagt über den Tod seines Vaters, während ein rauschendes Fest im Schloss stattfindet. Hamlets Onkel Claudius, feiert seine Krönung und verkündet, dass er Hamlets Mutter zur Frau nehmen wird. Hamlet ist wütend darüber und lässt dies seine Freude Horatio und Marcellus, die eigentlich zur Beerdigung des alten Königs angereist waren, auch wissen. Sie können Hamlet nicht beruhigen und so macht dieser seiner Mutter und Claudius schwere Vorwürfe. Derweil warnt Laertes seine Schwester Ophelia vor einer Beziehung mit Hamlet. Auch Polonius ist mit dieser Verbindung nicht einverstanden. Horatio und Marcelllus berichten Hamlet, sie hätten in der vergangenen Nach den Geist von Hamlets Vater gesehen. Darauf beschließt der Prinz in dieser Nacht wach zu bleiben und zu schauen, ob auch er den Geist sieht. Kaum wartet er, erscheint der Geist und verkündet, dass es Claudius war, der ihn ermordet hat und fordert Rache. Hamlet belastet das auf diese Weise gewonnene Wissen und dies bleibt auch seiner Umwelt nicht verborgen. Claudius und Getrude beauftragen Rosencrantz und Guildenstern den Prinzen auszuspionieren und den Grund für dessen seltsames Verhalten zu erfahren. Polonius ist der festen Meinung, dass Hamlet verrückt geworden ist, allerdings da er annimmt, dass Ophelia Hamlet zurückgewiesen habe und dieser nun vom Liebeskummer zerfressen sei. Polonius und Claudius verstecken sich und beobachten ein Treffen zwischen Hamlet und Ophelia. Als die beiden aufeinander treffen gesteht Hamlet Ophelia, dass er sie zwar geliebt habe, aber dass das nun vorbei sei und empfiehlt ihr den Gang ins Kloster. Sie ist zutiefst verletzt. Mittlerweile kommt es zu einer Begegnung zwischen Hamlet, Horatio und Rosencrantz und Guildenstern, in der sich Hamlet sehr misstrauisch gegenüber den anderen zeigt. Da erscheint Polonius der ankündigt, dass es eine Theateraufführung geben soll. Hamlet nutzt die Gunst der Stunde und bittet die anwesenden Schauspieler das Stück „Die Ermordung des Gonzago“ zu spielen, in dem er klare Parallelen zur Ermordung seines Vaters sieht. Hamlet selbst hat einige Zeilen hinzugefügt und hofft so Claudius zu überführen. Als die Vorstellung beginnt, kann sich Hamlet nicht zurückhalten. Er erläutert den Anwesenden die Handlung immer mehr so deutlich, dass Claudius schließlich empört den Saal verlässt. Hamlet wertet dies als Schuldgeständnis. Hamlet und Claudius treffen aufeinander, jedoch zaudert Hamlet und kann den Tod des Vaters nicht rächen. Er sucht seine Mutter auf, in deren Gemach sich Polonius befindet. Dieser versteckt sich, wird aber in seinem Versteck von Hamlet erdolcht. Am Ende erscheint erneut der Geist von Hamlets Vater, der nach Rache ruft.

2. Akt:

Laertes ist vom Tod seines Vaters entsetzt und will Rache. Er erfährt schnell, dass Hamlet hinter der Tat steckt. Claudius verbündet sich mit Laertes um Hamlet zu vernichten. Gertrude stößt zu den Männern und berichtet, dass Ophelia über die verschmähte Liebe und den Tod des Vaters dem Wahnsinn anheim gefallen ist und mit einem Sturz in den Fluss ihrem Leben ein Ende gesetzt hat. Als Hamlet und Horatio einem Totengräber bei der Arbeit zuschauen, erfahren sie erst durch die hinzugekommene Trauergesellschaft, dass das Grab für Ophelia bestimmt ist, von deren Tod Hamlet auch erst in diesem Moment erfährt. Laertes und Hamlet geraten in Streit, zwischen denen auf Geheiß des Königs ein Kampf um ein hohes Preisgeld stattfinden soll. Eine Entschuldigung Hamlets für den Mord an Polonius lehnt Laertes ab und so willigt Hamlet in den Kampf ein. Laertes versucht Hamlet mittels eines vergifteten Floretts zu beseitigen. Auch ein Glas Wein mit Gift wird ihm zwischen den Durchgängen des Kampfes gereicht, was er jedoch ablehnt. Das Glas gelangt zu Getrude, die davon trinkt. Hamlet verletzt Laertes schließlich tödlich und im gleichen Moment bricht auch seine Mutter zusammen. Laertes gesteht sterbend was geschehen ist. Hamlet ermordet Rosencrantz, Guildenstern und schließlich auch Claudius in wilder Raserei und bricht zusammen.


Zum Werk:

Der 1961 geborene australische Komponist Brett Dean, der nach einem Studium in Brisbane zunächst als Bratscher bis 1999 Mitglied der Berliner Philharmoniker war und sich erst dann dem Komponieren zuwandte, ist einer der wenigen Komponisten, die es gewagt haben sich mit einem der wohl populärsten Dramen Shakespeares auseinanderzusetzen. Einzig Ambroise Thomas Oper aus dem Jahr 1868 konnte es gelegentlich in die Spielpläne der Opernhäuser bringen, frühere Vertonungen wie etwa die von Francesco Gasparini im 18. Jahrhundert, erfreuten sich damals einiger Beliebtheit, verschwanden aber schnell wieder von den Bühnen. Im ausgehenden 20. Jahrhundert befassten sich Komponisten wie Anno Schreier oder Wolfgang Rihm (in Vertonung von Heiner Müllers „Hamletmaschine“) wieder mit dem Stoff. 2018 wurde schließlich auch Brett Deans Hamlet- Oper beim Festival in Glyndebourne uraufgeführt, die er in enger Zusammenarbeit mit Librettist und Theaterregisseur Matthew Jocelyn erarbeitet hat. Letzterer zeichnet nun übrigens auch bei der Deutschen Erstaufführung in Köln für die Regie verantwortlich. Bei der Uraufführung wurde das Stück von Presse und Publikum gleichermaßen bejubelt. Dean, dessen zweite Oper überhaupt der Hamlet ist, extrahiert gelungen das Wesentliche aus dem Shakespearschen Original und folgt dem berühmten Zitat Boitos, das dieser getätigt haben soll, als er über dem Libretto zu Verdis „Falstaff“ saß: Er wolle den Saft herauspressen, ohne dass Kerne in den Becher fallen sollten. Und auch Dean und Jocelyn gehen so vor: Sie reduzieren, ohne das Werk unkenntlich zu machen oder stark zu beschneiden, sie konzentrieren sich auf das Wesentliche, vermeiden allzu Pathetisches und nutzen effektvoll die Mittel der Oper um eine raffinierte Doppelbödigkeit zu erlangen. Dean, der ein wahrer Klangmagier ist, setzt auf eine Tonsprache, die sich nicht zu weit von der Tonalität entfernt und in der man immer wieder Anklänge an die großen Opernkomponisten des 20. Jahrhunderts wie Strauss oder Britten findet. Er scheut aber auch nicht überraschende Mittel einzusetzen, wie etwa ein Akkordeon, dass in seinem Zweck an die Continuogruppe der barocken Oper erinnert, die Besetzung von Rosencrantz und Guildenstern mit Countertenören oder die Positionierung von Gesangsstimmen im Orchestergraben um mit diesen eine geisterhafte, wispernde Klangkulisse zu schaffen. Deans Musik ist expressiv und der Handlung der Oper verpflichtet. So schafft er es eine unbändige Dramatik zu entfalten, die dem komplexen Hamletstoff allumfänglich gerecht wird.


Opera in 2 Acts

Sebastian Jacobs

DruckenSpielstätteninfo
Die Termine2 Termine

Sa.

30

Nov.

Staatenhaus am Rheinpark, Saal 2 | 30.11.2019 | 19.30 Uhr


Info
Hamlet

Eine Mischung aus psychologischem Krimi und philos
Oper - Brett Dean



Weitere TermineBestellen

Unsere Datenbank wird durchsucht.


So.

08

Dez.

Staatenhaus am Rheinpark, Saal 2 | 08.12.2019 | 18.00 Uhr


Info
Hamlet

Eine Mischung aus psychologischem Krimi und philos
Oper - Brett Dean



Weitere TermineBestellen

Unsere Datenbank wird durchsucht.




Unsere Datenbank wird durchsucht.

Merkliste

Veranstaltung

Momentan befinden sich keine Einträge in Ihrer Merkliste.

Letzte Aktualisierung: 18.11.2019 21:01 Uhr     © 2019 Theatergemeinde BONN | Bonner Talweg 10 | 53113 Bonn