Kölner Philharmonie

Gürzenich-Orchester Köln

Nicholas Collon | Dirigent
Foto: Jim Hinson
Nicholas Collon | Dirigent
Foto: Jim Hinson

Grenzenlos
Konzert - Szymanowski, Mozart


Nicholas Collon, Dirigent
Noa Wildschut, Violine
Cédric Tiberghien, Klavier


Karol Szymanowski (1882-1937)
„Król Roger“ („König Roger“) op.?46 (1918-24) – Oper in drei Akten. Libretto von Karol Szymanowski und Jaroslaw Iwaszkiewicz (Suite aus der Oper, zusammengestellt von Nicholas Collon)

Der am 6. Oktober 1882 in Tymoszówka geborene Karol Szymanowski gilt als Vater der modernen polnischen Musik. Als Komponist, Hochschullehrer, Musikpublizist und konzertierender Künstler prägte er das Musikleben Polens und wurde zum Vorbild des polnischen Komponisten Witold Lutoslawski, der in seinem Werk viele Elemente Szymanowskis weiterführte. Szymanowskis eigenes kompositorisches Schaffen ist maßgeblich beeinflusst von den Werken Claude Debussys, Max Regers und Alexander Skrjabins. Auf mehreren Reisen nach Italien und Nordafrika gewannen der mediterrane und orientalische Kulturkreis Einfluss auf sein Werk. 1918 entdeckte Szymanowski die Folklore der Góralen, der bäuerlichen Bewohner im Vorland der hohen Tatra, die ihn stark beeindruckte und aus der er Anregungen für die eigene musikalische Sprache bezog. Szymanowski starb am 29. März 1937 in Lausanne.

In Szymanowskis 1926 in Warschau uraufgeführten Oper „Król Roger“ verschmelzen Byzantinismus, die Welt der Araber und die griechisch-römische Antike – und in seiner schillernden, flirrenden, klangberauschten Partitur erschuf er ein Werk, das Oper, Oratorium und Mysterienspiel zugleich ist. Die Handlung schildert in drei oratorienhaften Tableaux den Kampf zwischen dem Intellekt und dem Unbewussten, zwischen der christlichen Kirche und einem heidnischen Glauben: Im mittelalterlichen Sizilien beherrscht hier der Normannenkönig Roger II. die Insel. Da taucht in seinem Reich ein ebenso charismatischer wie schöner Hirte auf, von dem es heißt, er würde einer neuen Gottheit huldigen, die Menschen zu exzessivem Rausch verführen und dadurch die christlichen Sitten in Gefahr bringen. Schon beginnt Roxane, die Gemahlin Rogers, der Faszination des Hirten zu erliegen, da widersetzt sich der König der Forderung des Klerus und des Volks, den Jüngling hinzurichten. Als der König die Macht des Glaubens, von der der Jüngling erfüllt ist, erkennt, legt Roger die Zeichen seiner Macht ab, um ihm, wie es seine Frau schon getan hat, zu folgen. Roger tritt eine Reise ins Ungewisse an, bis ihm der Jüngling in der Gestalt des Dionysos erscheint. Anders als Roxane beschreitet Roger nicht den Weg der Ekstase, denn er hat zu sich selbst gefunden.


Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)
Konzert für Violine und Orchester Nr. 4 D-Dur KV 218 (1775)

Wolfgang Amadeus Mozart wurde am 27. Januar 1756 in Salzburg geboren. Er war der Sohn des Violinisten, Komponisten und Lehrers Leopold Mozart. Wolfgang begann als Dreijähriger, Klavier zu spielen und begab sich bereits mit sechs Jahren, gemeinsam mit seiner elfjährigen Schwester Nannerl, auf Konzertreisen nach München und Wien. Von 1763 an unternahmen Vater Leopold und Sohn Wolfgang eine dreieinhalbjährige Konzertreise durch Europa, auf der sie große Erfolge feierten. Zwischen 1769 und 1773 folgten weitere Reisen durch Italien, jedoch mit zunehmend weniger Erfolgen. Die Zeiten zwischen den Reisen nutzte Mozart zum Komponieren. Nach 1773 nahm er in Salzburg die Stellen als Hoforganist und Kaiserlicher Kammerkomponist an. Er starb verarmt in Wien am 5. Dezember 1791.

Konzertante Werke, in denen Streichinstrumente solistisch verwendet werden, schrieb Mozart fast ausschließlich in den Jahren zwischen 1773 und 1779, also zwischen der Rückkehr von seiner dritten und letzten Reise nach Italien und der Rückkehr aus Paris. Veranlassung hierfür war ebenso sein Amt als Kammermusikus am fürsterzbischöflichen Hof in Salzburg wie das Drängen seines Vaters, dessen besonderes Interesse der Violine galt, sowie die Beliebtheit konzertanter Musik für Violine in Salzburg. Überdies hatte Mozart in Italien die große Tradition des Violinkonzerts kennengelernt, war bedeutenden Schülern des Meisters Tartini begegnet und hatte in Bologna den damals hochberühmten Böhmen Joseph Myslivecek getroffen, der die Gattung des Violinkonzerts besonders pflegte.

Das vierte von insgesamt fünf als echt angesehenen Violinkonzerten, das im Oktober 1775 entstand, steht in Beziehung zum Violinkonzert in D-Dur von Luigi Boccherini, das Mozart 1770 in Florenz gehört haben könnte. Die Themen sind nicht einfach übernommen, sondern in Mozartschem Geist verfeinert. Im ersten, in Sonatenform gehaltenen Satz beginnt das Orchester mit einem offiziellen, fanfarenartigen Eingangs-Thema. Das zweite, weich fließende Thema erklingt ebenfalls innerhalb des Vorspiels. Es kontrastiert vor allem durch seine tiefe Lage mit dem gavotteartigen Anfang. Der erste Soloabschnitt wiederholt das erste Thema, schiebt dann aber ein neues, drittes Thema ein, während das ursprünglich zweite Thema nur noch als eine Art Abgesang erscheint. Den Mittelteil beherrschen Figurationen der Solo-Violine, die vor allem auf wirkungsvollen Skalen und gebrochenen Akkorden beruhen. Statt einer regulären Reprise erscheinen die drei Themen in umgekehrter Reihenfolge eher zufällig am Ende. Im zweiten Satz („Andante cantabile“) sind alle melodischen Bildungen aus der kurzen, zweiteiligen Floskel abgeleitet, mit der der Satz beginnt. Der weit gespannte, liedartige Gesang unterliegt zahlreichen Veränderungen. Der Solist wiederholt den Tutti-Abschnitt und bringt wie im ersten Satz ein neues Motiv, aus dem wiederum Variationen gebildet werden. Im dritten Satz verknüpfte Mozart Rondo und Menuett. Das Ritornell besteht aus zwei in Takt und Tempo verschiedenen Abschnitten. Nach dem gavotteartigen Anfang im 2/4-Takt, erscheint das Ende in der Form einer Gigue im 6/8-Takt. Den Mittelteil des Satzes beherrscht das „Andante grazioso“ mit der fast automatenhaften Gavotte-Melodik. Im ersten Teil ist außerdem eine damals als „Straßburger“ bekannte Melodie verarbeitet, über die Mozart später einen Kontretanz schrieb (KV 269b). Im zweiten Abschnitt des Mittelteils ahmt die Solovioline die Spielweise einer Drehleier nach, indem sie die G-Saite als Bordunbass anstreicht. Nach Wiederholung des Anfangs schließt der Satz im Pianissimo.

Karol Szymanowski
Sinfonie Nr. 4 op. 60 (1932) für Klavier und Orchester – „Symphonie concertante“

Szymanowski komponierte die „Symphonie concertante“ für Klavier und Orchester zu der Zeit, als er Elemente der polnischen Folklore in sein Schaffen integrierte. Das Werk sei „im Grundcharakter sehr polnisch“, erklärte der Komponist selbst. Die Uraufführung fand am 9. Oktober 1932 in Posen statt. Die Leitung hatte Grzegorz Fitelberg, als Solist betätigte sich, obwohl kein professioneller Pianist, der Komponist selbst. Diese letzte Sinfonie von Szymanowski erlangte in kurzer Zeit einen hohen Grad an Bekanntheit und Beliebtheit und stand noch zu Lebzeiten des Komponisten in 24 europäischen Städten auf den Programmen der Orchester. Arthur Rubinstein, der sich sehr für die Verbreitung von Szymanowskis Klavierwerken in den Konzertsälen der ganzen Welt stark gemacht hatte, galt nach dem Tod des Komponisten als der kongeniale Interpret des Werkes. Das dreisätzig angelegte Stück ist dem Formmodell der „Sinfonia concertante“ des 18. Jahrhunderts verpflichtet, wobei nicht nur das Klavier, sondern auch andere Instrumente des Orchesters wie Flöte, Horn, Fagott und Posaunen solistisch hervortreten. Den größten Effekt erzielt der letzte Satz, der – mit „Allegro non troppo“ überschrieben – die Stilisierung eines „Kujawiak“, eines mit der Mazurka verwandten Volkstanzes, darstellt.



Heidi Rogge

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Letzte Aktualisierung: 08.07.2020 11:01 Uhr     © 2020 Theatergemeinde BONN | Bonner Talweg 10 | 53113 Bonn