Kölner Philharmonie

Kölner Kammerorchester

Kölner Kammerorchester
Foto: Kölner Kammerorchester
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Bald ist Weihnachten
Konzert - Telemann, Corelli, Sammartini, Mozart



Daniel Rothert, Blockflöte
Raphael Christ, Konzertmeister und Leitung



Georg Philipp Telemann (1681-1767)
Concerto C-Dur TWV 51:C1
für Altblockflöte, Streicher und Basso continuo

Seine beruflichen Stationen führten Georg Philipp Telemann von Leipzig über Sorau (Lausitz), Eisenach und Frankfurt am Main ab 1721 schließlich nach Hamburg, wo er Musikdirektor der Hauptkirchen wurde und zeitweise auch die Oper am Gänsemarkt leitete. Was bei seiner Instrumentalmusik auffällt, ist die Vielfalt an Instrumenten und Stilen, die er verarbeitet. Er hat etwa hundert erhaltene Instrumentalkonzerte geschrieben. Es gibt mehrere erstaunliche Instrumentenkombinationen, für die er komponierte, so z.B. ungewöhnlichere Kombinationen wie Blockflöte und Horn oder Traversflöte und Fagott. Telemann muss ein großer Verdienst in der Einrichtung des öffentlichen Konzertlebens zugeschrieben werden, zu dem nicht nur der Adel Zugang hatte. Auch den Musikgeschmack seiner Zeit hat er vorangetrieben: Während Bach an der kontrapunktischen Schreibweise festhielt, passte sich Telemann seinen Zuhörern an. Er kannte sowohl den französischen wie auch den italienischen Stil, die im 17. und 18. Jahrhundert auch die Musik in Deutschland dominierten. 1729 schrieb er selbst über seinen Stil: „Erst war es der Polnische, dann der Französische, Kirchen- und Cammer- und Opern-Styl und was sich nach dem Italienischen nennt, mit dem ich denn itzo das mehrste zu tun habe.“ Was für ein origineller Musiker er gewesen ist, beweist eine Komposition wie das Blockflötenkonzert C-Dur TWV 51:C1. Es weicht von der gewohnten Konzertform ab und präsentiert eine eigenwillige Satzfolge. Außerdem stellt Telemann das Soloinstrument dem Streichorchester nicht einfach gegenüber, sondern lässt die Solostimme in den langsamen Sätzen regelrecht aus dem Tutti hervorgehen. Dabei kommt es nicht allein auf Virtuosität, sondern auch auf wunderbare Melodien und schönen Klang an. Die Virtuosität spielt in den schnellen Sätzen eine Rolle, mit einem Menuett schließt Telemann überraschend eigenwillig die Komposition.

Arcangelo Corelli (1653-1713)
Concerto grosso g-Moll op.6,8 »Weihnachtskonzert«

Ganz so stimmungsvoll und sentimental, wie man sich Weihnachtskonzerte, zumal des Barock, gerne vorstellt, war die Realität im musikalischen Italien nicht; sie gestaltete sich wesentlich reicher und farbiger. Der Überblick über das, was zwei Generationen italienischer Musiker um 1700 geleistet haben, offenbart eine Fülle alleine der Formen und Besetzungen. Mit am bedeutendsten ist in diesem Zusammenhang Arcangelo Corelli: In Fusignano geboren, zeigte er schon früh seine Begabung für die Violine. Um 1671 wandte er sich nach Rom, scheint dann auch zum Hofe Christinas von Schweden gehört zu haben, besuchte 1680 Deutschland und blieb fünf Jahre lang in den Diensten des bayerischen Kurfürsten. Die letzten beiden Jahrzehnte seines Lebens verbrachte er in Rom. Unterdessen hatte sich sein Ruhm als Violinist über ganz Europa verbreitet. Im Gegensatz zu Komponisten wie Albinoni und Vivaldi hat Corelli ausschließlich Instrumentalmusik geschrieben und hier wiederum nur für Streicher. Die Gattung des Concerto grosso hat Corelli zu einem ersten Höhepunkt geführt und einen Maßstab für die nachfolgende Generation gesetzt. Von seinen vergleichsweise wenigen Kompositionen, die man einmal als die Sprache der Natur beschrieben hat, zeichnen sich die 12 Concerti grossi op. 6 als vollkommene Beispiele für die heitere, ausgewogene und klassische Phase der Barockmusik aus. Besonders mit dem Concerto grosso „Fatto per la notte di natale“ hatte Corelli einen bis heute unverwelkten Erfolg. Entstanden ist dieses Konzert wahrscheinlich 1690 für den jungen Kardinal Pietro Ottoboni. Erst 1714 – nach Corellis Tod – erschien das komplette Opus 6 im Druck. Das Weihnachtskonzert zeichnet sich durch klare und kraftvolle Unmittelbarkeit des Klanges und aristokratische Architektur aus. Polyphonie, Klang, Kantabilität und vorwärtsdrängende Bewegung fügen sich zu einer untrennbaren Synthese zusammen.

Giuseppe Sammartini (1695-1750)
Concerto F-Dur
für Sopranblockflöte, Streicher und Basso continuo

Giuseppe Sammartini, der 1695 in Mailand geboren wurde und später in London wirkte, galt als einer der bedeutendsten Instrumentalkomponisten seiner Zeit. In seinem Flötenkonzert F-Dur hat er zwar einen konventionellen Rahmen gewahrt, die instrumentalen Möglichkeiten jedoch einfallsreich und ungewöhnlich eingesetzt: Der erste Satz („Allegro“) beginnt mit einem markanten abwärtsgerichteten Oktavsprung in Soloflöte und erster Violine; ebenso auffällig sind in diesem Anfangsthema die Synkopen und die daraus abgeleiteten jambischen Figuren, die gegen Ende des ersten Tutti-Abschnittes sequenziert von der Soloflöte und den beiden Violinstimmen vorgestellt werden. Diese drei Elemente bestimmen im wesentlichen die folgenden Abschnitte. Im Unterschied zu vielen anderen Solokonzerten dieser Zeit geht Sammartini äußerst bewusst mit der Instrumentierung der Soloteile um: Instrumentalfarben wie die der hohen Streicher werden in einen Gegensatz gestellt zu denen der tiefen und des Cembalos. So kann sich die „Begleitung“ aus einer ausschließlich dienenden Funktion an manchen Stellen bereits zum Dialogpartner mit dem Soloinstrument entwickeln. Der zweite Satz ist ein kurzes „Siciliano“ mit reich ausgezierten Soloabschnitten, in denen jeweils die Bratsche fehlt; es entsteht hier auf diese Weise eine mittelstimmenarme Farbe im Gegensatz zu den Tutti-Teilen, wo hingegen das Soloinstrument pausiert. Im Schlusssatz („Allegro assai“) fällt neben der spielfreudigen Virtuosität die differenzierte Rondo-Struktur auf. In den einleitenden Tutti-Teil, bei dem das Soloinstrument vorwiegend mit der ersten Violine gekoppelt ist, schiebt sich unerwartet ein dreitaktiges Solo dieser Instrumente. Der erste Abschnitt gliedert sich in drei kleinere Teile, die sich jeweils durch ihre andersartigen Kopplungen von Soloinstrument mit Tutti-Stimmen ergeben. Abwandlungen des A-Teils entstehen aus Modulationen in verwandte Molltonarten, Veränderungen des B-Teils durch andere Instrumentenkopplungen. Im Zentrum der Rondoform steht ein virtuoser Solo-Abschnitt C, der mit dem Orchester in dialogische Beziehung tritt.

Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)
Serenade Nr.7 D-Dur KV 250 »Haffner-Serenade«

Wolfgang Amadeus Mozart wurde schon sehr früh mit Werken aus dem Bereich der instrumentalen Unterhaltungsmusiken wie Divertimenti, Nachtmusiken, Cassationen und Serenaden bekannt. So wenig wie für andere Komponisten haben für Mozart die Namen für bestimmte Gattungen bedeutet. Klaviersonaten, Streichquartette und andere Formen von Kammermusik konnten für ihn auch Serenaden oder Cassationen sein. Im Falle der „Haffner-Serenade“ wird dies besonders deutlich, da später aus ihr die sogenannte „Haffner-Sinfonie“ werden sollte. Die Grenzen waren also fließend. Für Mozart waren diese Unterhaltungsmusiken Tummelplätze von Experimenten der verschiedensten Art. Hier war er nicht an traditionelle Satztypen und Formen gebunden und konnte seinem Hang zum Volksliedhaften, zum Marsch und Buffo-Effekt nachgeben und die bunte Fülle der Einfälle ohne Zwang zur Beschränkung spielen lassen. Es wundert daher nicht, dass seine Erfahrungen auf diesem Gebiet nachhaltige Spuren bei allen anderen Kompositionen der übrigen Genres hinterließen. Besonders elegant gibt sich Mozart in der Serenade D-Dur KV 250. Sie entstand im Jahr 1776 als Hochzeitsmusik der Tochter des Salzburger Bürgermeisters, Elisabeth Haffner. Das Werk umfasst neun Sätze und steht wertmäßig auf der gleichen Stufe wie Mozarts beste Sinfonien. In einzelnen Sätzen werden die Instrumente konzertierend geführt. Eine Solovioline tritt dem Chorus der übrigen Instrumente entgegen. Die Besetzung ist ungewöhnlich groß. Auffällig ist die häufige Verwendung von prägnanten, refrainartigen Stücken, welche die Form eines Tuschs annehmen und sich innerhalb der Sätze oft wiederholen. Wegen ihrer Widmungsträgerin wird das Werk „Haffner-Serenade“ genannt.
Heidi Rogge

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Letzte Aktualisierung: 06.06.2020 21:01 Uhr     © 2020 Theatergemeinde BONN | Bonner Talweg 10 | 53113 Bonn