Schauspielhaus

Candide oder Der Optimismus

Candide
Foto: Thilo Beu
Candide
Foto: Thilo Beu

Schauspiel - Voltaire

Inszenierung: Simon Solberg
Premiere: 14.09.2018

Mit seiner im Jahr 1759 veröffentlichten Novelle „Candide“ wollte der Philosoph und Schriftsteller Voltaire (*1694 in Paris; †1778 ebd.) der ihm viel zu optimistisch erscheinenden Weltanschauung seines Zeitgenossen Gottfried Wilhelm Leibniz (*1646 in Leipzig; †1716 in Hannover), der von der „besten aller Welten“ sprach, widersprechen.
Die Handlung beginnt in einer tatsächlich optimal erscheinenden Welt. Der junge Candide ist in dem wunderschönen Schloss seines Onkels in Westfalen aufgewachsen, erzogen von dem Lehrer Pangloß nach den philosophischen Grundsätzen eines metaphysischen Optimismus. Candide hat hierdurch die tiefe Überzeugung verinnerlicht, dass in der Welt alles optimal läuft und alle Geschehnisse vorherbestimmt sind, nach einem Plan, der allen das Beste bringt. Das Leben ändert sich für ihn jäh, als sein Onkel ihn aus dem Schloss jagt, weil er ihn mit seiner Tochter, der schönen Kunigunde, in die Candide sehr verliebt ist, bei einem kleinen Stelldichein überrascht hat. Nun zieht Candide durch die Lande und erlebt Kriege, Naturkatastrophen, Folter, Gefangenschaft und Sklaverei – und alle dabei auftretenden negativen menschlichen Verhaltensweisen. Er schafft es lange, seinen Optimismus beizubehalten, aber schließlich gerät er doch ins Wanken. Seine Lösung wird es später sein, sich ins Private zurückzuziehen, mit Kunigunde, die er eines Tages wiedertrifft und die ebenfalls Schlimmes erlebt hat.
Voltaire erzählt dies als eine Satire voller tragischer Abgründe und merkwürdiger Begebenheiten, aus denen sich ein philosophisches Welttheater als Widerlegung der Leibnizschen Lehre entwickelt.
Die erste deutsche Übersetzung erschien im Jahr 1776 unter dem Titel „Candide oder Die beste aller Welten“. Leonard Bernstein verarbeitete den Stoff zu einer Operette. Als Sprechtheater ist das Werk selten zu erleben. Im Jahr 2010 wurde es z. B. am Schauspielhaus Bochum unter der Regie des Niederländers Paul Koek, begleitet von dessen Musiktheatergruppe, aufgeführt.
In Bonn inszeniert der neue Hausregisseur Simon Solberg (*1979 in Bonn) das Werk als Schauspiel. Solberg studierte an der Essener Folkwang-Hochschule Schauspiel, bevor er u. a. in Frankfurt, Mannheim, Dresden, Basel, Berlin und Köln inszenierte. Am Theater Bonn führte er seit dem Jahr 2017 bereits Regie bei „Woyzeck“, „BND – Big Data is watching you“ und „Die Physiker“.

DruckenSpielstätteninfo
Die Termine

Do.

09

Mai

Schauspielhaus | 09.05.2019 | 19.30 Uhr - 22.10 Uhr


Info
Candide oder Der Optimismus

Schauspiel - Voltaire



Weitere TermineBestellen

Unsere Datenbank wird durchsucht.




Unsere Datenbank wird durchsucht.

Merkliste

Veranstaltung

Momentan befinden sich keine Einträge in Ihrer Merkliste.

Letzte Aktualisierung: 25.04.2019 10:01 Uhr     © 2019 Theatergemeinde BONN | Bonner Talweg 10 | 53113 Bonn