Staatenhaus am Rheinpark, Saal 1

Fidelio

Fidelio | Staatenhaus
Foto: Paul Leclaire
Fidelio | Staatenhaus
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Fidelio | Staatenhaus
Foto: Paul Leclaire
Fidelio | Staatenhaus
Foto: Paul Leclaire

Oper in zwei Aufzügen Eine als Oper getarnte groß
Oper - Ludwig van Beethoven

Libretto von Joseph Sonnleithner und Friedrich Treitschke
nach Jean Nicolas Bouilly
Musik von Ludwig van Beethoven (1770 - 1827)

Musikalische Leitung Stefan Soltesz
Inszenierung Michael Hampe
Bühne, nach dem Konzept von John Gunter, Darko Petrovic
Kostüme Darko Petrovic
Chorleitung Andrew Ollivant


Zur Entstehung

Joseph Sonnleithner, der Nachfolger Schikaneders in der Leitung des Theaters an der Wien, begann 1803 mit der Arbeit an der Übersetzung eines französischen Theatertextes von Jean Nicolas Bouilly "Leonore oder die eheliche Treue", der Beethoven als Vorlage für eine Oper geeignet erschien. Während seiner Sommerfrische 1805 in Hetzendorf beendet Beethoven die Komposition der Oper, und am 20. November 1805 wird das Werk unter dem Titel "Fidelio" erstmals im Theater an der Wien gegeben. Für den Misserfolg dieser Uraufführung gab es verschiedene Gründe. Beethoven selbst scheint daran nicht ganz unschuldig gewesen zu sein, indem er dem Sänger des Pizarro, der sich seiner besonderen Fähigkeit rühmte, vom Blatt singen zu können, eine Rachearie schrieb, an der dieser vorhersehbar scheitern mußte und in der Uraufführung denn auch prompt scheiterte. Doch nicht nur die Qualität der beteiligten Künstler - auch die Orchestermusiker sollen wenig Enthusiasmus gezeigt haben - , sondern auch politische Ereignisse, auf die die Beteiligten keinen Einfluss nehmen konnten, waren der Aufnahme von Beethovens Werk ungünstig. Denn am 12. November 1805 waren französische Truppen in Wien einmarschiert - zwei Wochen bevor Napoleon bei Austerlitz seinen triumphalen Erfolg auch über die österreichischen Truppen feierte. Der Adel und das Besitzbürgertum hatten deswegen die Hauptstadt verlassen und waren auf ihre Landsitze geflohen. Im Parkett sollen deshalb überwiegend französische Soldaten gesessen haben, für die Beethoven als Komponist kein Begriff war. So erklärt es sich, dass die missglückte Uraufführung von 1805 den Auftakt einer Leidensgeschichte markiert, die Beethoven mit dieser seiner ersten und einzigen Oper zu bewältigen hatte. Nach dem Preßburger Friedensvertrag von 1806, als sich das Leben in Wien wieder normalisiert hatte, wurde Beethoven von Freunden und Gönnern gedrängt, sein Werk umzuarbeiten, vor allem zu kürzen. Widerstrebend ließ sich der Komponist auf dieses Ansinnen ein. Und am 29. März 1806 ging das auf zwei Akte gekürzte Werk unter dem neuen Titel "Leonore" zum zweiten Mal über die Bühne. Doch obwohl dieses Mal Beethovens angestammtes Publikum im Parkett sass, war die Resonanz kaum günstiger als im Jahr zuvor. Beethoven fühlte sich missverstanden und zog das Werk nach nur fünf Vorstellungen beider Fassungen enttäuscht zurück. Erst acht Jahre später ließ er sich vor allem von dem damaligen Hofopernregisseur Friedrich Treitschke zu einer Überarbeitung der Zweitfassung überreden, für die Treitschke auch Änderungen am Libretto vornahm. Diese dritte Fassung kam als "Fidelio" am 23. Mai 1814 im Kärtnertor-Theater heraus, drei Tage später auch mit der eigens für diese Fassung komponierten Ouvertüre (in E-dur). Für weitere Aufführungen im selben Jahr nahm Beethoven noch einige Änderungen vor, erklärte diese Fassung aber dann für die endgültige, vielleicht allerdings eher aus pragmatischen Gründen denn aus ästhetischer Überzeugung. Zu einem Repertoire-Stück hat sich die Oper denn auch erst in den Folgejahren und durch die Aufführungen in Prag (1814), Berlin (1815), Paris (1829), London (1832) u. a. entwickelt.

Zum Inhalt

1. Akt: Zur Vorgeschichte der Bühnenhandlung gehört, dass sich Florestan ("Wahrheit wagt' ich kühn zu sagen") den Gouverneur Don Pizarro zum Feind gemacht hat und auf dessen Betreiben im Ort der Handlung, einem Staatsgefängnis in der Nähe von Sevilla, eingekerkert wurde. Oberster Wächter ist der Kerkermeister Rocco. Er hat einen Gehilfen namens Jaquino und eine Tochter Marzelline, die besagter Jaquino als seine Braut betrachtet. Doch Marzelline hat sich in einen anderen verliebt, in Fidelio, der bzw. die allerdings niemand anderes ist als Leonore, die als Mann verkleidete Gattin des gefangenen Florestan. Rocco begünstigt diese Beziehung seiner Tochter zu Fidelio, in dem er einen willkommenen Gehilfen für seine Arbeit sieht. Da erscheint der Gouverneur Pizarro im Gefängnis. Durch einen Brief erfährt er, dass der zuständige Minister Don Fernando das Gefängnis zu visitieren beabsichtigt, nachdem er informiert wurde, dass in den Gefängnissen, für die Pizarro Verantwortung trägt, Gefangene willkürlich und widerrechtlich festgehalten werden. Pizarro beschließt daraufhin, zusammen mit dem Kerkermeister den Gefangenen, dessen Existenz ihm gefährlich zu werden droht, zu ermorden. Vorher schickt er noch einen Offizier auf Wache, der ihn durch ein Trompetensignal informieren soll, sobald die Eskorte des Ministers sich dem Gefängnis nähert. Rocco jedoch ist nicht bereit, den Mordauftrag zu übernehmen; immerhin erklärt er sich bereit, dem Befehl des Gouverneurs folgend das Grab auszuheben, in dem Pizarro den von ihm Ermordeten verschwinden lassen will. Die geplante Ermordung wird aufgeschoben durch ein Intermezzo, in dem die Gefangenen für eine kurze Zeit im Hof des Gefängnisses "in freier Luft" atmen und "die Gruft" des Kerkers verlassen dürfen. Inzwischen hat Rocco beim Gouverneur die Erlaubnis erwirkt, dass Fidelio, sein zukünftiger Schwiegersohn, ihm in der Tiefe des Gefängnisses bei seinen Vorbereitungen zur Ermordung Florestans zur Hand gehen darf. Während die Gefangenen in ihre Kerkerzellen zurückkehren, rüsten sich Rocco und Fidelio zum Abstieg in die Tiefen des Kerkers.

2. Akt: In einem der unterirdischen Kerker beklagt Florestan sein Schicksal, "um den Leib eine lange Kette, deren Ende in der Mauer befestigt ist". Am Ende seiner großen Arie hat er die Vision eines Engels: "Ich seh', wie ein Engel im rosigen Duft / sich tröstend zur Seite mir stellet, / ein Engel, Leonoren, / Leonoren, der Gattin so gleich, / der, der führt mich zur Freiheit / ins himmlische Reich!" Er sinkt völlig erschöpft zusammen, und als Rocco und Fidelio im Kerker ankommen, glauben sie zunächst, der Gefangene sei bereits gestorben. Sie beginnen damit, ein Grab ausheben. Als der Gefangene erwacht und zu sprechen beginnt, erkennt Fidelio in ihm ihren vermissten Gatten, der sie allerdings noch nicht erkennt. Immerhin kann sie ihm ein wenig Verpflegung zustecken. Da erscheint Pizarro im Kerker. Er gibt sich Florestan zu erkennen, aber als er ihn nun erdolchen will, stellt sich Fidelio ihm entgegen und schützt den Gefangenen mit ihrem Körper. "Töt' erst sein Weib!", schleudert sie dem rachedurstigen Pizarro entgegen. Und erst in diesem Moment erkennt auch Florestan, wer in da beschützt. Pizarro will nun nach einiger Verblüffung beide umbringen; doch zieht Fidelio eine Pistole und zugleich ertönt das Trompetensignal, das die Ankunft des Ministers verkündet. Die Gatten sinken einander in die Arme; Pizarro wird abgeführt; und die Oper endet mit der auch musikalisch triumphalen Befreiung aller Gefangenen durch den wie ein deus ex machina fungierenden Fernando.

Inszenierung
Nach seiner "Bohème" hat der ehemalige Intendant der Kölner Oper Michael Hampe auch die Inszenierung von Beethovens Oper besorgt.


Dr. Hans-Gerhard Neugebauer

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Letzte Aktualisierung: 17.07.2019 21:01 Uhr     © 2019 Theatergemeinde BONN | Bonner Talweg 10 | 53113 Bonn