Opern-Seminar digital: Tod als spezielles Element der Oper

Kurz vor dem Duell: Lenski und Eugen Onegin in "Eugen Onegin" (2005, Oper Bonn)
Foto: Thilo Beu
Kurz vor dem Duell: Lenski und Eugen Onegin in "Eugen Onegin" (2005, Oper Bonn)
Foto: Thilo Beu

Um unser zwangsweise nun schon mehrfach verschobenes Seminar endlich veranstalten zu können, haben wir uns entschlossen, es erstmals digital durchzuführen.

Das Seminar wird wie bisher dienstags von 16 Uhr bis 17.30 Uhr stattfinden. Allerdings wird es nicht im Haus der Theatergemeinde, sondern digital mittels der Software Zoom veranstaltet, die auf Ihrem Rechner vorhanden sein muss. Die Zugangsdaten erhalten Sie nach Anmeldung einige Tage vor dem ersten Termin.



Zum Inhalt:
Erst im ersten bürgerlichen Opernhaus, der Hamburgischen Oper, durfte erstmals ein Tod auf der Opernbühne gezeigt werden, um dann aber wieder zurückgenommen zu werden. In der Oper des 19. Jahrhunderts stellt sich das Sterben auf der Bühne als nahezu notwendiger Topos einer tragischen Oper dar, der in aller Ausführlichkeit geschildert wurde in einer nahezu unrealistischen Maßlosigkeit, wenn Isolde allein zwanzig Minuten für ihren Todesgesang benötigt oder Renato in „Un ballo in maschera“ sich aus dem Leben in einer ausgeweiteten und alle physischen Kräfte aufzehrenden Arie verabschiedet. Der Abschied Onegins von seinem Freund Lenski vor dem tödlichen Duell gehört zu den eindrucksvollsten Duetten der Operngeschichte. Hingegen endet diese am realistischen Drama Puschkins ausgerichtete Oper keineswegs tödlich. Um so bedeutungsvoller gelangt das Duett zwischen Lenski und Onegin in der Nachschau in den Fokus.
Mit dem Topos des Todes lässt sich gleichsam die Operngeschichte in ihrer inhaltlichen Entwicklung aufzeigen. Eine Oper ist eben nicht wie die andere. In jeder Zeit finden die Komponisten zu eigenen Lösungen, die die Zuschauer jeweils auf ihre Weise zu fesseln verstehen.
Die Themen: 1. Der Tod auf der Opernbühne in der Operngeschichte // 2. Der Tod in Verdi-Opern im Vergleich zu den Musikdramen Wagners // 3. Un ballo in maschera // 4. Eugen Onegin // 5. Eugen Onegin // 6. Der Tod in der Oper des 20. und 21. Jahrhunderts


Der Referent:
Dr. Benedikt Holtbernd studierte Musikwissenschaft und Germanistik an der Ruhr-Universität Bochum und promovierte über „Die dramaturgischen Funktionen der Musik in den Schauspielen Goethes“. Gleichzeitig studierte er Gesang. Holtbernd war Dramaturg, Pressesprecher, Künstlerischer Betriebsdirektor und Operndirektor an verschiedenen Theatern von der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg, über das Stadttheater Bern, die Vereinigten Städtischen Bühnen Krefeld und Mönchengladbach bis hin zur Sächsischen Staatsoper Dresden, Semperoper. In Bonn war er Künstlerischer Geschäftsführer des Deutschen Musikrates. Er ist als Musikmanager international tätig.


An dem Seminar kann nur mit Voranmeldung und digital teilgenommen werden.
Mindestteilnehmerinnenzahl: 10 Personen
Termine: 9., 16., 23., 30. März, 6., 13. April 2021

Samstag, 13.02.2021

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Letzte Aktualisierung: 03.03.2021 15:01 Uhr     © 2021 Theatergemeinde BONN | Bonner Talweg 10 | 53113 Bonn