Thomas Franke: Nachrichten aus der zerschnipselten Welt – Holzstichelei-Collagen (4.02.-3.04.19)

Das Arche-Opteryx-Ritual
Foto: Thomas Franke
Das Arche-Opteryx-Ritual
Foto: Thomas Franke

Ausstellung im Haus der Theatergemeinde BONN

Thomas Franke, vielen Bonner Theaterbesuchern als Schauspieler u. a. am Euro Theater Central oder am Theater Die Pathologie bekannt, ist auch in einem ganz anderen künstlerischen Beruf tätig: als Zeichner und Illustrator. In der Theatergemeinde BONN präsentiert er eine Auswahl seiner Werke, die nicht nur durch fantasievolle Motive, sondern durch großen Detailreichtum und höchste handwerkliche Präzision begeistern.

Thomas Franke (*1954 in Köthen im heutigen Sachsen-Anhalt) studierte an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle freie Malerei und grafische Techniken. Später folgte sein Schauspiel-Studium an der Berliner „Ernst-Busch-Akademie“ und dem staatlichen Institut für Theater und Schauspielkunst in Moskau.

Seit dem Jahr 1984 lebt Franke in Westdeutschland und war zunächst vorwiegend als Schauspieler tätig.

Bereits von der DDR aus hatte er für den Suhrkamp-Verlag als Grafiker gearbeitet und die „Phantastische Bibliothek“ mitgestaltet. Für dieses und zwei weitere Werke wurde er in den Jahren 1981, 1982, 2006 und 2012 mit dem „Kurd-Laßwitz-Preis für phantastische Grafik“ ausgezeichnet. International bekannt wurde Franke als Grafiker und Gestalter von Büchern von Stanislaw Lem, Arkadi und Boris Strugatzki oder Phillip K. Dick.

Seit dem Beginn des neuen Jahrtausends widmet sich Franke wieder stärker der Grafik und Illus­tration. Zu seinen neueren Werken gehören insbesondere Holzstichcollagen, wie sie z. B. auch George Braque und Pablo Picasso entwickelten. Hierbei wird ein Bild aus aufgeklebten Stücken von Papier, Tapete, Stoff, Drahtgaze oder anderem Material angefertigt und zum Teil übermalt. Auch der Computer hat Einzug in Frankes Arbeiten bei der Buchgestaltung gehalten. Franke gibt somit einer fast ausgestorbenen künstlerischen Technik einen modernen Schliff. Seine vorwiegend dem Genre Science Fiction zuzuordnenden Werke zeichnen sich durch skurrile, manchmal krude Fantasie aus und sorgen für Frankes Ruf als schillernder Außenseiter und Kunst-Experimentator, während jedes seiner Werke ihn auch als großartigen Erzähler auszeichnet. Zu Frankes aktuellen grafischen Auftragsarbeiten gehört die Gestaltung der auf 30 Bände angelegten Science-Fiction-Werkausgabe des wohl bedeutendsten deutschsprachigen Science-Fiction-Schriftstellers Herbert W. Franke, die im Verlages p.machinery erscheint. J.S.

Die Ausstellung kann ab dem 5.02.19 zu den Öffnungszeiten der Geschäftsstelle besichtigt werden: Mo-Fr 9-13, Mo/Do 16-18 Uhr.

Montag, 04.02.2019

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