Pippi Langstrumpf - Junges Theater Bonn - kultur 131 - Dezember 216

Pippi Langstrumpf - Foto: Rolf Franke, by actorsphotography.de
Foto: actorsphotography
Pippi Langstrumpf - Foto: Rolf Franke, by actorsphotography.de
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Erfrischend munter

Sie ist wieder da. So fröhlich wie vor zehn Jahren, als Regisseur Andreas Lachnit erstmals das Mädchen mit den Sommersprossen und den roten Zöpfen im JTB auf die Bühne brachte. Bevor er sie 2011 mit ihren Freunden auf eine Reise ins Taka-Tuka-Land schickte. Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Efraimstochter Langstrumpf, Rufname „Pippi“. Vor ca. 75 Jahren erfunden von der in der Folge weltberühmt gewordenen schwedischen Kinderbuchautorin Astrid Lindgren. Pippi altert nämlich nicht. Das hat sie offenbar gemeinsam mit der Schauspielerin Andrea Brunetti, die seit 2006 fest am JTB engagiert und mit der lustigen „Pippi“ geradezu verwachsen ist. Wie sie mit unglaublicher körperlicher Energie und sprühenden Einfällen herumtobt, ist einfach fabelhaft.
In die leicht überarbeitete Fassung der Inszenierung haben Lachnit und JTB-Chef Moritz Seibert ein paar leisere Momente eingebaut. Denn die superstarke Pippi fühlt sich manchmal ein bisschen einsam und sehnt sich nach ihrem Papa, der als Schiffskapitän auf allen Ozeanen unterwegs ist. Auch nach ihrer Mama, die über den Wolken bei den Sternen wohnt. Ansonsten geht’s in der Villa Kunterbunt (Bühne: Larentiu Tuturuga) so zu wie im Bilderbuch. Das Äffchen „Herr Nilsson“ und das Pferd „Kleiner Onkel“ sind Pippis treue Begleiter. Die braven Nachbarskinder Thomas (Bernard Niemeyer) und Annika (Katharina Feilschen) bewundern bald ihre neue Freundin. Selbst wenn die Einladung ins bürgerliche Elternhaus trotz aller disziplinarischen Bemühungen mit einer Tortenschlacht endet.
Zuvor hat Pippi auf dem Jahrmarkt schon den weltberühmten Ringer Rudolf (Christian Steinborn) mühelos in die Luft befördert und ihn samt seinem Manager (Thomas Kahle) für den Spaß großzügig mit echten Goldstücken aus ihrem Piratenschatz belohnt. Was die Herren zu einem nächtlichen Einbruch in Pippis Haus animiert. Großherzig, wie sie nun mal ist, schickt sie keinen kleinen Gauner mit leeren Händen fort. Die Kostüme von Brigitte Winter sind wie immer ein Schatz.
Zugegeben, das mit der Schule war einen Versuch wert, zumal man nur über diesen Weg an Ferien gelangt. Fräulein Prysselius (herrlich komisch: Giselheid Hoensch), neben ihrer Grundschul-Tätigkeit auch Vorsitzende des örtlichen Waisenrates, kapituliert vor den eigenwilligen Rechen­künsten des naiven Wildfangs und holt die Polizei (als strenger Ordnungshüter: Jan Herrmann) zu Hilfe. Was zu einer akrobatischen Jagd über Leitern und Dächer führt. Tanzen (pfiffige Choreografie: Bernard Niemeyer) und Singen (Musik: Uwe Vogel und Stephan Witt) können alle prima – bei dieser Produktion ist nur das JTB-Erwachsenen-Ensemble im Einsatz. Dass die Hoppetosse ohne Pippi an Bord wieder davonsegelt, ist ein Geschenk. Für Thomas, Annika und alle, die gern fantasievoll um die Ecke denken und zu dem Schluss kommen, dass jeder Mensch anders ist. Pippi Langstrumpf ist hier keine feministische Heldin und hat keine anarchischen Absichten. Sie liebt angstfrei die Welt und erfindet Modelle, die ihr gefallen. Zum Glück für jeden, der vor lauter Sorgenfalten vergisst, wie heiter das Leben sein kann. E.E.-K.

Spieldauer ca. 100 Min., inkl. einer Pause
nächste TerminE: 4.12. ? 7.12. ? 11.12. ? 17.12. ? 18.12.16
Empfohlen für Publikum ab 5 Jahren.

Donnerstag, 19.01.2017

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Letzte Aktualisierung: 25.10.2020 14:01 Uhr     © 2020 Theatergemeinde BONN | Bonner Talweg 10 | 53113 Bonn